Unter „Globalisierung“ versteht man die weltweite Integration früher noch separater Märkte. Oder einfach ausgedrückt: die Welt wird ein einziger Markt und alle Menschen dieser Welt sind Teilnehmer daran. Diese Vernetzung der Wirtschaftsakteure ist nichts Neues. Sie ist dem Menschen naturgegeben. Immer schon gab es Handel, der sich immer mehr ausbreitete, und immer beeinflusste dieser Handel die Kultur der Menschen.

Spätestens seit dem 19. Jahrhundert gibt es eine sich tatsächlich auf alle Kontinente erstreckende Globalisierung. Sie ist nie ausschließlich wirtschaftlicher Natur gewesen, sondern förderte Frieden und kulturellen Austausch – zumindest wenn sie auf den liberalen Prinzipien offener Märkte und freien Handels basierte (imperiale Eroberung ist eine illiberale Missgeburt der Globalisierung).

Heute ist „Globalisierung“ zum Modewort derer geworden, die sie kritisieren. Sie wollen entweder eine Politik nationalstaatlicher Abschottung oder die Errichtung weltweiter Staatsplanung. Beides würde nur in wirtschaftlichem und sozialem Rückschritt enden – vor allem für diejenigen, in deren Namen dies geschehen soll: die Ärmsten der Armen in den Entwicklungsländern.

Detmar Doering