50 Jahre Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit - Liberalismus

Liberalismus

Ganz ohne Freiheit kann kein Mensch leben und keine Gesellschaft funktionieren. Deshalb hat die Idee der Freiheit in allen Zeiten und Orten stets eine Rolle gespielt. Schon die antiken und mittelalterlichen Naturrechtstraditionen forderten Freiräume, die vor Machtzugriff gesichert sein müssen. Sie waren aber kein Selbstzweck, sondern ergaben sich aus einem theologisch fundierten Gemeinwohlgedanken.

Erst mit der Aufklärung wurde die Freiheit des Einzelnen zur Prämisse, die eine Rechtsordnung ausschließlich legitimieren konnte. John Locke formulierte in seinen "Two Treatises on Government" (1689) erstmals, dass der Mensch sich selber gehöre. Jeder Staat sei ein Vertrag, den die Menschen zum Schutz ihrer Rechte auf Freiheit, Leben und Eigentum schlössen.

Diese Idee entfaltete enorme Wirksamkeit. Nach der amerikanischen (1776) und der französischen Revolution (1789) wurde der Liberalismus im 19. Jahrhundert zur weltumfassenden erfolgreichsten politischen Bewegung. Der Rechtsstaat wurde gegen den Widerstand absolutistischer Herrscher durchgesetzt. Ökonomisch machte der Liberalismus durch die Marktwirtschaft Massenwohlstand erstmals möglich. Auch auf diesem Gebiet brachte er große Denker wie Adam Smith hervor. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts begannen Konservative und Sozialisten die Liberalen zu verdrängen. Gegen die Totalitarismen der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts waren sie oft wehrlos. Seit dem Kollaps des Sowjetkommunismus 1989 besteht aber die vage Hoffnung, dass sich der Liberalismus wieder zu einer führenden politischen Strömung aufschwingt.

Detmar Doering


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