50 Jahre Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit - Freiheit

Freiheit

In Freiheit lebt, wer unbeschränkt von Hindernissen handeln kann. Vertretbar und sinnvoll ist Freiheit aber nur dann, wenn sie sich nicht selbst aufhebt. Für den Liberalen endet die Freiheit des Handelns genau da, wo sie die Freiheit anderer durch Gewalt und Zwang einschränkt. Es bedarf also der genauen Definition der Freiheitssphäre, die jedem Einzelnen zusteht. Damit verknüpft sich die Frage nach den Grenzen der Freiheit mit der Frage nach dem Recht auf Eigentum. Die Freiheit ist nur in dem Bereich legitim, über den man auch rechtmäßig verfügen darf. Meine Person und mein Eigentum bestimmen die Sphäre dessen, worüber ich verfügen darf. Daraus ergibt sich das allgemeine Gebot, nicht über andere Personen und deren Eigentum zu verfügen - es sei denn, das Verfügungsrecht wird freiwillig übertragen.

Von einer Verwirklichung des liberalen Freiheitsideals ist die Menschheit noch weit entfernt. Obwohl es Fortschritte gibt, existieren weiterhin (meist staatliche) Zwangsordnungen, die Menschen töten, verletzen, einsperren, verschleppen, bevormunden (etwa durch Verbote von Selbstschädigungen wie Drogenkonsum), und generell dafür sorgen, dass jedermann auf Kosten von jedermann lebt.

Weil die liberale Freiheitsidee so rigorose moralische Ansprüche an die Realität stellt, verwundert es nicht, das manch Gutmeinender die Messlatte tiefer hängen will. Immer wieder gab es Umdefinitionen. So hört man oft von "positiven" politischen Freiheiten, etwa das Wahlrecht. Oder von staatlich garantierten "materiellen" (sozialen) Freiheiten. Sie befinden sich, da sie eigentlich nur willkürlich Machsphären über Person und Eigentum anderer erweitern, in einem Spannungsfeld mit dem klassisch- liberalen Freiheitsgedanken.

Detmar Doering


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