50 Jahre Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit Jahrzehnt 4


Freiheit statt Sozialismus

Jahrzehnt 4: 1989-1998: Das Jahrzehnt der Freiheitsbewegungen

Stiftungs-Vorstand Lambsdorff und Irlands Staatspräsindentin Robinson 1993 in Ungarn
Stiftungs-Vorstand Lambsdorff und Irlands Staatspräsindentin Robinson 1993 in Ungarn
Im Juni 1989 eröffnete der Vorstandsvorsitzende Wolfgang Mischnick ein Stiftungsbüro in Ungarn. Wenige Monate später fiel die Mauer in Berlin. Die Stiftung reagierte schnell auf den Wandel: 1990 wurden Büros in Warschau und Prag eröffnet, es folgten im Jahresabstand Büros in Tallinn, Moskau, Bratislava, Ljubljana und Riga. Mit Seminaren, Beratungen und Publikationen unterstützte die Stiftung den Aufbau liberaler Parteien und machte ihre Partner fit für die Marktwirtschaft. In Deutschland öffnete die Stiftung ihr Bildungsangebot bereits Anfang 1990 für die Teilnehmer und Teilnehmerinnen aus der DDR und entwickelte spezielle Seminarangebote wie „Beteiligungs- und Aktionsformen in der Demokratie“, „Politisches System in der Bundesrepublik Deutschland“, „Spielregeln wirtschaftlichen Handelns“ und vor allem auch Seminare zur „Kommunalpolitik“. Mit ihren Seminaren und Publikationen warb die Stiftung für Marktwirtschaft und eine liberale Demokratie in den neuen Bundesländern.

Menschenrechte weltweit

Konsequent: Lambsdorff und Dalai Lama 1996
Konsequent: Lambsdorff und Dalai Lama 1996
Im Ausland setzte sich die Stiftung aktiv für Freiheit und Menschenrechte ein, oft zum Unwillen der Machthabenden. So nahm die chinesische Regierung eine Konferenz der Stiftung mit dem geistigen Führer des tibetischen Volkes, dem Dalai Lama, zum Anlass, das Stiftungsbüro in Peking zu schließen. Die Stiftung dezentralisierte ihre Auslandsarbeit, eine Strategie gab die Richtung für die gesamte Arbeit vor: Im Vordergrund standen nun Projekte mit einem eindeutigen liberalen Bezug, bevorzugt waren deshalb in der Zusammenarbeit liberale Partner.

Neue liberale Heimstätten

Mit einem ehrgeizigen Programm weitete die Stiftung ihre politische Bildungsarbeit quantitativ und qualitativ aus, um den Teilnehmern und Teilnehmerinnen in ganz Deutschland eine ‚liberale Heimstatt’ zu bieten: Zu den bestehenden Bildungsstätten in Gummersbach, Königswinter und Saarbrücken kamen weitere in Konstanz, Lauenburg und Kottenheide.

Kampagnen für Toleranz und Marktwirtschaft

Kampagne: Toleranz zeigt sich im Handeln 1993
Kampagne: Toleranz zeigt sich im Handeln 1993
Mit breit angelegten Kampagnen suchte die Stiftung neue Zielgruppen. Die erste Kampagne nannte sich 1993 angesichts von zunehmendem Rechtsextremismus und Ausländerfeindlichkeit in Deutschland „Toleranz zeigt sich im Handeln“. Sie bestand aus Anzeigenmotiven, Plakaten und Postkarten und wurde von einer ausführlichen Dokumentation über „Rechtsextremismus und Gewalt“ begleitet. Schon 1996 folgte die nächste Kampagne: „Umdenken: Anstiftung zur Freiheit“.

Ein Institut für die Freiheit

Eine wichtige Rolle für die Fortentwicklung liberaler Ideen spielt das 1995 gegründete Liberale Institut, das sich als der „think tank“ politischen Grundsatzfragen widmet und zuweilen unbequeme Antworten auf die politischen Probleme der Zeit in Positionspapieren, Studien und Heften publiziert.



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