50 Jahre Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit - Jahrzehnt 3

1979-1988: Das Jahrzehnt der Besinnung auf die eigene Identität

Besinnung auf die eigene Identität

Dahrendorf und Scheel - Größen der Stiftung und der Nachkriegspolitik
Dahrendorf und Scheel:
Größen der Stiftung und der Nachkriegspolitik
Anfang der 80er Jahre gerieten die politischen Stiftungen im Rahmen der Debatte um die Parteienfinanzierung insgesamt in die Diskussion. Die Stiftung betonte nun auch nach Außen noch stärker den schon von Friedrich Naumann übernommen Grundsatz, keine „Parteischule, sondern eine liberale Staatsbürgerschule zu sein“. Es gehe nicht darum, dass die Teilnehmer der Stiftungsveranstaltungen einen „Katechismus mit Forschheit aufsagen“ können, wurde noch einmal Friedrich Naumann bemüht, wohl aber „um die Verdeutlichung der Aufgaben es politischen Liberalismus“. Die Grenze zwischen Partei und Stiftung wurde deutlicher markiert. Die Stiftung zog auf die Margarethenhöhe bei Bonn. „Die Spannung von Trennung und Zusammenarbeit mag schwer zu beschreiben sein, wir haben es indes nicht schwer gefunden, sie durchzuhalten“, schilderte der Stiftungsvorsitzende Ralf Dahrendorf die Situation.

Vordenker des Wertewandels

Die Stiftung war bereits in den 70er Jahren Vordenker in der Umweltpolitik. Großen Widerhall fand diese Thematik zu Beginn der 80er Jahre in öffentlichkeitswirksamen Veranstaltungen und Publikationen: Die Stiftung begleitete den Umweltbericht „Global 2000“ sowie die „Arche Noah 2000“ von Friedensreich Hundertwasser.

Zum ersten Mal in ihrer Geschichte arbeitete die Wider dem Zeitgeist: Büro in Wahsington
Wider dem Zeitgeist:
Büro in Washington
Stiftung unter dem Vorsitz von Dahrendorf mit Themenschwerpunkten: In der Beschäftigung mit Fragen der Arbeitsgesellschaft und mit der Rolle Deutschlands in der Welt griff die Stiftung früh Probleme auf, die in der öffentlichen Diskussion erst sehr viel später eine Rolle spielten. Die Stiftung setzte den Wertewandel auf die politische Agenda – auch mit Themen wie die „Diskriminierung Homosexueller“, „nicht eheliche Lebensgemeinschaften“ oder „Frauen in die Bundeswehr“.

Auch in der Auslandsarbeit setzte die Stiftung verstärkt politische Akzente. Gegen einen unreflektierten Antiamerikanismus protegierte sie den transatlantischen Dialog und eröffnete ein Büro in Washington.

Ort der Begegnungen

Magaretenhof: Politik und Kultur
Magarethenhöhe: Politik und Kultur
Der Margarethenhof nahe dem Petersberg bei Bonn wurde zum Begegnungsort von Politik und Kultur: Gesprächsrunden mit Politikern, Ausstellungen und Konzerte lockten zahlreiche Gäste in die Stiftung. 1985 feierten dort, eingeladen von Dahrendorf, Bundespräsident Richard von Weizsäcker und die Spitzen der deutschen Politik den 125sten Geburtstag von Friedrich Naumann. Mit dem Neubau des Archivs in Gummersbach schaffte die Stiftung die Voraussetzungen für ein Forschungszentrum zur Geschichte des Liberalismus.


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