50 Jahre Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit - Jahrzehnt 2

1969-1978: Das Jahrzehnt des Wandels

Vordenker für einen modernen Liberalismus

Kluger Stratege: Rolf Schroers
Kluger Stratege: Rolf Schroers
An den politischen Umwälzungen zum Ende der 70er Jahre hatte die Stiftung Anteil: Ihr Vorsitzender Hans Wolfgang Rubin hatte mit dem Artikel „Stunde der Wahrheit“ in der Zeitschrift „liberal“ die Diskussion über eine neue Ost- und Deutschlandpolitik in der FDP entscheidend geprägt.

Der stellvertretende Vorsitzende Ralf Dahrendorf galt als der liberale Theoretiker eines modernen Liberalismus. Die Freiburger Thesen, die bis heute als Dokument der Abwendung der FDP von einem einseitigen Wirtschaftsliberalismus gelten, wurden in der Theodor-Heuss- Akademie beraten und formuliert. Die Stiftung erschloss neue Zielgruppen für die Liberalen: Der Direktor der Akademie, Rolf Schroers, brachte Journalisten und Schriftsteller in die Akademie. Vor allem in ihrer regionalen Bildungsarbeit konzentrierte sich die Stiftung auf Bürgerinitiativen, ökologische Themen und die Gleichberechtigung der Frau – auch hier sprach sie für die Liberalen neue Teilnehmer und Teilnehmerinnen an.

Didaktisch modern
Schon früh erkannte die Stiftung: Der Wechsel von Referat und Diskussion bringt die Teilnehmer in eine passive Situation. Mit teilnehmerorientierten Methoden der politischen Bildung und gruppenorientiertem Lernen versuchten die Stiftungspädagogen hier Abhilfe zu schaffen. In einer modernen Form der Didaktik, die auf der „Emanzipation der persönlichen Stellungnahme“ beruhte, sah die Stiftung ein „spezifisches liberales Element“ der Bildungsarbeit. Dies war lange ein Alleinstellungsmerkmal gegenüber Politischer Bildung in anderen Einrichtungen. Ebenfalls eher als andere bot die Stiftung ab 1976 Seminare zu „Fertigkeiten“ wie Verbandsgründung, Pressearbeit und Rhetorik an.


Freiheit weltweit voranbringen: gesellschaftlich langfristige Programme

Auch im Ausland: Liberalismus stärken
Auch im Ausland:
Liberalismus stärken*
Immer stärker etablierte sich die Stiftung im Ausland: internationale Kolloquien, Programme für wirtschaftliche Führungskräfte in Lateinamerika, Journalistenprogramme in Afrika – die Stiftung legte ein vielfältiges Programm auf. Dabei standen weniger kurzfristige Bildungsmaßnahmen im Vordergrund als vielmehr langfristige, gesellschaftspolitisch angelegte Programme.

Liberalismus vor Ort

„Think Global, Act Local“ hätte das Motto der Stiftung schon in dieser Zeit heißen können. 1969 begann die Stiftung, ihre Bildungsarbeit zu regionalisieren: Es entstanden Landesbüros und Regionalbüros, die Veranstaltungen vor Ort anboten. Aktionszentren und Liberale Clubs ergänzten das dezentrale Angebot.

Mit Stipendien eine liberale Elite fördern

1973 startete die Stiftung ihr Stipendienprogramm. Gefördert werden sollten damals wie heute besonders begabte Studierende und Promovierende, die neben „überdurchschnittlicher Begabung“ und „wissenschaftlicher Eignung“ die „Bereitschaft für tätiges Engagement für die Entwicklung der Gesellschaft“ aus einer liberalen Grundhaltung nachweisen konnten. Führende FDP-Politiker wie Guido Westerwelle, Andreas Pinkwart und Birgit Homburger profitierten von den Stipendien der Stiftung.



* Foto: Darchinger; Copyright: Friedrich Naumann Stiftung für die Freiheit


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