50 Jahre Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit - Jahrzehnt 1

1958-1968: Das Jahrzehnt des Aufbruchs

Schule der Freiheit - die Stunde von Theodor Heuss

Gründungsurkunde: Die Unterzeichner
Gründungsurkunde: Die Unterzeichner
"Schule der Freiheit" oder "Gralshüter des Liberalismus" titelten je nach politischer Gesinnung die bundesdeutschen Zeitungen über die erste öffentliche Veranstaltung der Friedrich-Naumann-Stiftung am 14. November 1958. Es begann in der Villa Hammerschmidt. Sechzehn Männer und Frauen, an ihrer Spitze Bundespräsident Theodor Heuss, trafen sich zur Gründung der Friedrich-Naumann-Stiftung. Das Kuratorium konstituierte sich am 14. November und wählte den Tübinger Professor und liberalen Kulturpolitiker Walter Erbe zum ersten Vorsitzenden der Stiftung. Auch sonst war der Gründungsvorstand ein Who´s Who liberaler Honoratioren und Intellektueller: der Bildungspolitiker und nordrheinwestfälische Kultusminister Paul Luchtenberg übernahm den stellvertretenden Vorsitz, weitere Mitglieder des Vorstandes waren der ehemalige Hamburger Schulsenator Hans Wenke und der Bundesschatzmeister der FDP, Hans Wolfgang Rubin. Zum Schatzmeister wurde der Stuttgarter Industrielle Hans Walz, Geschäftsführer der Robert Bosch AG, gewählt.

Staatsbürgerschule - das Erbe Friedrich Naumanns

Friedrich Naumann
Namenspatron der Stiftung:
Friedrich Naumann
Die Namensgebung der Stiftung ging auf Heuss zurück, der damit bewusst den Bezug zu der von Friedrich Naumann 1918 gegründeten "Staatsbürgerschule", der späteren Hochschule für Politik herstellen wollte, aus der sich später wiederum das Otto-Suhr-Institut der Freien Universität entwickelte. Beim offiziellen Gründungsakt am 14. November 1958 in der Godesberger Redoute sprach Heuss vor einer Elite aus Politik, Kultur und Wirtschaft daher über Naumanns Erbe und gab damit der Stiftung ihre Richtung: Sie sollte ein geistiges Zentrum des Deutschen Liberalismus werden.

Die Stiftungsbotschaft - der Wert der Freiheit

Von Beginn an machte die Stiftung deutlich, was ihre Botschaft ist: Sie war und ist die Stiftung für die Freiheit. Schon ihre erste große Veranstaltung widmete sich dem Thema "Freiheit in der Massengesellschaft". 1963 dehnte die Stiftung mit ihrer neu gegründeten Auslandsabteilung ihre Aktivitäten für die Freiheit ins Ausland aus ("Auslandsarbeit") . Das erste Projekt wurde 1964 in Tunesien eröffnet und widmete sich der Journalistenausbildung.

Theodor-Heuss-Akademie - die moderne Bildungsstätte

Die Politische Bildung stand schon am Anfang im Zentrum der Stiftungsarbeit. Nachdem die Stiftung einige Jahre ausschließlich Seminare in Hotels und fremden Bildungsstätten angeboten hatte, beschlossen die Gremien 1963, eine eigene Bildungsstätte zu errichten. Die Entscheidung fiel für den Standort Gummersbach, wo durch die Stadt ein günstiges Grundstück zur Verfügung gestellt worden war. Nach 23 Monaten Bauzeit konnte das neue liberale Zentrum, die Theodor-Heuss-Akademie, 1967 seiner Bestimmung übergeben werden und galt lange als eine der modernsten Bildungsstätten in Deutschland.



Portal Liberal | Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit | Virtuelle Akademie | Politik für die Freiheit | Impressum